Problemnährstoff Jod
Der Zwang zum Handeln
Arbeitsmaterialien in Theorie und Praxis für Lehrer,
Kursleiter und Dozenten
1995, 33 Seiten DIN A4
Inhaltsverzeichnis
Warum ist Jod ein Thema?
Die Geschichte des Jod
Wozu benötigt der Körper Jod?
Die Bedeutung der Schilddrüse?
Jodmangelkrankheiten
Untersuchungsmethoden
Prävention
Literatur
Adressen
Lernziele
Verlaufsplanung
Arbeitsblätter
14 Fragen zum Thema 'Jod'
Ein ganz normaler Speiseplan...
Für das lückenlose Jod-Wissen...
Jod-Rätsel |
Informationsblätter
Wissenswertes über die Schilddrüse
Jodmangel - Wie beuge ich vor
Overheadfolien
Jod - nur für Vögel? (I)
Jod - nur für Vögel? (II)
Wer ist ausreichend versorgt?
Jod - Salz - Jodsalz
Spurenelement Jod oder Was kümmert uns die Eiszeit?
Jodmangelsymptom Kropf
Die Bedeutung des Jod
Wege zur Jod-Bedarfsdeckung
Zur Jodbedarfsdeckung
Typische Fragen zum Thema 'Jod'
Zusammenfassung |
Aus dem Inhalt:
Warum ist Jod ein Thema?
"Überflüssig wie ein Kropf!" Wer hätte diese Redensart nicht bereits des öfteren gehört! Aber wer macht sich schon Gedanken, was dahinter steckt?
Der Kropf, auch Struma genannt, ist eine Schilddrüsenvergrößerung, hervorgerufen durch eine Jodunterversorgung. Und ein Mangel in unserer Überflußgesellschaft ist doch wirklich überflüssig, oder?
Und doch gehört das zivilisierte Deutschland zu den sogenannten endemischen (nicht auf eine Region beschränkten) Jodmangelgebieten der Welt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO spricht von einem Mangelgebiet des Schweregrads 11 bis 111 (die Skala geht von 0 bis 111); die durchschnittliche tägliche Aufnahme liegt so niedrig, daß ein endemisches Auftreten von Strumen (Jodmangelkropf) zu erwarten ist. Jodmangel und die daraus resultierenden Erkrankungen, wozu nicht nur der Kropf zählt, sind damit ein Hauptproblem des öffentlichen Gesundheitswesens bei uns. Das läßt sich natürlich auch in Zahlen ausdrücken:
Derzeit haben etwa 30 % der Erwachsenen in Deutschland einen Kropf, bei Kindern schwanken die Zahlen zwischen 13 und 50 %, je nach Alter und Geschlecht. Frauen und Mädchen sind übrigens stärker betroffen, und es gibt familiäre Häufungen. 50 % aller Kröpfe entstehen vor dem 20. Lebensjahr!
Bisher gibt es keine bevölkerungsrepräsentativen Studien zur Strumaprävalenz in Deutschland. In einer nichtrepräsentativen Stichprobe wurde 1988 mittels Ultraschalluntersuchung eine Prävalenz von 38,5 % ermittelt.
Jodmangelbedingte Erkrankungen führten 1990 in den alten Bundesländern zu folgenden Zahlen:
88.000
1.004.000 40.000 1.288.000
1.550.000.000
0,9 % |
Krankheitsfälle mit Krankenhaustagen sowie zuArbeitsunfähigkeitsfällen mit Tagen Fehlzeit. Dies verursachte Kosten in Höhe von DM. Das wiederum entspricht der Summe, die Krankenkassen und Arbeitgeber für die Gesundheit in Deutschland ausgeben.
|
Bis zur Vereinigung von Bundesrepublik Deutschland und DDR war die Jodversorgung in den neuen Bundesländern durch eine konsequente Jodsalzversorgung und eine Anreicherung des Tierfutters mit dem Spurenelement weitaus günstiger, wenn auch nie ausreichend. Inzwischen hat sie sich der schlechten Lage in den alten Bundesländern angepaßt.
Derzeit wird der Jodbedarf in Deutschland nur zu etwa 25-40 % gedeckt.
[...]
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