Transplantationsmedizin
Teil I: Grundlagen
Arbeitsmaterialien in Theorie und Praxis für Lehrer,
Kursleiter und Dozenten
1996, 33 Seiten DIN A4
Inhaltsverzeichnis
Allgemeiner Teil
Warum ist Transplantationsmedizin ein Thema?
Was ist eine Transplantation?
Geschichte der Transplantationsmedizin
Immunologische Probleme
Humanbiologische Aspekte
Bluttransfusion
Nierentransplantation
Herztransplantation
Lungentranplantation
Lebertransplantation
Hornhauttransplantation
Knochenmarktransplantation
Psychische Aspekte
Organisation und Ablauf von Organtransplantationen
Wer organisiert Organtransplantationen?
Wie werden die Organe verteilt?
Wie läuft eine Organtransplantation ab?
Deutschland - Organimportland
Literatur
Adressen
Lernziele
Arbeitsblätter
Fragebogen Organtransplantation |
Informationsblätter
Zukunftsfragen
Transplantation (Def.)
Geschichte
Schlüssel-Schloß-Prinzip
Rohstoff Mensch?
Bluttransfusion
Nierentransplantation
Herztransplantation
Lungentransplantation
Lebertransplantation
Homhautransplantation
Knochenmarktransplantation
Psychische Aspekte
Der Eurotransplant-Verbund
Ablauf einer Organtransplantation I
Ablauf einer Organtransplantation II |
Aus dem Inhalt:
Allgemeiner Teil
Die Transplantation gesunder Organe, Gewebe oder Zellen ist durch den Fortschritt der Hochleistungsmedizin zum etablierten Routineverfahren bei der Behandlung des irreversiblen Organversagens geworden. Besonders die Übertragung von Niere, Herz und Leber ha t vielen tausend Menschen das Leben gerettet und eine Lebensqualität zurückgegeben, die vor 100 Jahren noch unvorstellbar war.
Warum ist Transplantationsmedizin doch ein Thema?
Doch der technische Fortschritt in der Medizin und in anderen naturwissenschaftlichen Bereichen hat in den Augen vieler Menschen nicht nur Segen gebracht, sondernneue Probleme entstehen lassen, deren negative Auswirkungen in vielen Lebensbereichen erkennb ar sind. So hat eine sich verändernde Umwelt zur Entwicklung neuer und zur Ausprägung alter Krankheiten geführt, denen die moderne Medizin mit immer neuen Errungenschaften begegnen muß. Man kann auch vom Fluch des medizinischen Rüstungswettlaufs sprechen, denn die Spirale gesundheitsökonomischer Kosten und ungelöster ethischer Fragen scheint kaum noch zu bewältigen.
Die medizinische Ethik konnte mit den neuen Entwicklungen nicht mehr Schritt halten. Erst in den letzten Jahren ist damit begonnen worden, den Entwicklungen und neuen moralischen Herausforderungen der Medizin, insbesondere der Transplantationsmedizin, eine entsprechende Ethik gegenüberzustellen: "Was ist technisch machbar?", lautete lange Zeit die Frage, "Was ist moralisch noch vertretbar?", wird nun häufiger gefragt.
Zunehmende Skepsis gegenüber dem medizinischen Fortschritt und fehlendes Vertrauen in anonyme Gesundheitstechniker haben auch den Ruf nach natürlicher und ganzheitlicher Medizin lauter werden lassen und versperren vielen Menschen den Blick auf die Möglichk eiten einer verantwortungsbewußten Transplantationsmedizin. Die medizinischen, rechtlichen und ethischen Aspekte von Transplantationen sind dabei in weiten
Teilen der Bevölkerung unbekannt.
Dieses Aufklärungsdefizit hat zu Verunsicherungen geführt, die, begleitet von Horrormeldungen über illegale Organentnahmen, Transplantationstourismus in die Dritte Weit und Organmafia, dazu beigetragen haben, die ohnehin schon geringe Spendebereitschaft in der Bundesrepublik Deutschland weiter herabzusetzen. So ist es auch nicht verwunderlich, daß in den letzten Jahren die Zustimmung der Angehörigen zur Organentnahme bei Verstorbenen von 90% auf unter 70% zurückgegangen ist.
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